Usedom-Botschafterin Britta Steffen schwimmt Weltrekord-Zeit über 100 Meter Freistil
Damit hätte sie nicht gerechnet: Nach ihrem zweifachen olympischen Gold in Peking schwamm die 25-jährige Usedom-Botschafterin Britta Steffen bei den Deutschen Meisterschaft in der Berliner Schwimmhalle am Europapark zweimal einen neuen Weltrekord. 100 Meter Freistil in 52,56 Sekunden bzw. 52,85 Sekunden – so das Ergebnis. Das hat vor ihr noch keine andere Frau geschafft. Damit hat Britta Steffen nicht nur sich selbst, sondern die gesamte Insel Usedom stolz gemacht.
Seit kurzem schwimmt die Usedom-Botschafterin in einem mit Polyurethan beschichteten ultraleichten neuen Dress. „Wie auf einer Luftmatratze“ sei sie gestern dahingeschwebt, „wie von einem anderen Stern“ habe sie sich in dem neuen Anzug gefühlt – nach dem Weltrekord sowieso.
Zwischen den harten Trainingsstunden erholt sich Britta Steffen übrigens äußerst gern auf ihrer „Lieblingsinsel“ Usedom.
Britta Steffen: Ich bin ein echtes „Inselkind“
Usedom ist seit meiner Kindheit ein Platz, den ich mit purer Erholung verbinde. Seit ich neun bin, komme ich eigentlich jedes Jahr mindestens einmal nach Usedom, auf meine Lieblingsinsel. Ich liebe es, direkt am Wasser zu joggen oder auf ausgedehnten Strandspaziergängen meinen Kopf so richtig frei werden zu lassen. Als ich gefragt wurde, ob ich als „Usedom-Botschafterin“ über meine Leidenschaft für die Insel sprechen würde, sagte ich natürlich „Ja!“. Die Insel passt einfach zu mir und meiner Geschichte. Hier kann ich bestens entspannen, loslassen und dabei fällt alles von mir ab. Für mich ist Usedom wirklich der schönste Platz am Meer.
Das man das Meer eigentlich gleich um die Ecke hat das man nicht ewig weit reisen muss um an die See zu kommen. Und das ist halt echt angenehm wenn man Strandspaziergänge machen kann und durch die Laubwälder schweifen und streifen und Wanderungen machen, dass mache ich sehr gerne mit meiner Familie oder mit meiner Cousine oder mit meiner Freundin und deshalb finde ich das echt cool, wenn ich hier sein kann und das mal alles von mir abfällt und das ich mich entspannen kann.
War das schon immer so? Wie lange kennst Du Usedom schon?
Usedom ist natürlich aus meiner Kindheit heraus schon ein Platz der Erholung.
Ich war früher mit meinen Eltern oft hier Urlaub machen im Sommer.
Als Usedom-Botschafterin schwärmst Du ganz offen für Deine Leidenschaft gegenüber der Insel. Wie kam es dazu?
Nach den Europameisterschaften 2006 bekam ich das Angebot Botschafterin für
Usedom zu werden und habe dieses natürlich auch gerne angenommen, weil es einfach auch zu mir passt und zu meiner Geschichte.
Wie oft reicht die Zeit für einen Abstecher nach Usedom neben dem Leistungssport?
Normalerweise bin ich ganz selten für Termine hier. Ich bin eigentlich wirklich nur zweimal oder dreimal im Jahr für ein bis eineinhalb Wochen hier zum Urlaub machen und wenn Termine hier oben sind, dann fällt mir die Arbeit auf jeden Fall leichter.
Spielt die Insel Usedom mit ihrer Umgebung für Dich auch eine Rolle wenn es um deine sportliche Arbeit geht?
Auf der einen Seite komme ich in erster Linie her um mich zu erholen, andererseits wenn Grundlagenausdauer anstehen, denn kann ich das natürlich auch hier machen. Dazu muss ich nicht unbedingt ins Wasser gehen, denn kann ich wirklich in der Natur an der frischen Luft trainieren. Ich jogge am Strand entlang, was wahnsinnig anstrengend ist und für meine Grundlagenausdauer wahnsinnig förderlich, und auf der anderen Seite bin ich eigentlich am liebsten hier, um wirklich lange Strandspaziergänge zu machen und wirklich mal für mich frei zu sein und nicht ständig in einer beengten Schwimmhalle mit Chlorgeruch.
Hat Dir Dein Trainer für heute "frei" gegeben?
Na das ist natürlich so, dass ich eigentlich heute hätte trainieren müssen, aber auf Grund dessen das ich hier oben bin und nicht trainieren kann hat mein Trainer gesagt, gut es ist zwar harte Arbeit, aber andererseits hast du auch ein ganz anderes Flair da oben und das stimmt auch. Man kommt mal raus aus Berlin, man kommt irgendwie stückweit aufs Land und das ist natürlich eine ganz andere Kulisse hier. Einerseits ist es harte Arbeit, aber andererseits die ganze frische Luft die ich hier habe ist natürlich super für mich und auch für meine Haut, dass merk ich extrem.
Kommst Du auf Usedom an der frischen Luft ein wenig zur Ruhe und kannst Kraft tanken?
Bei mir ist es eher so, dass ich den ganzen Tag, wenn ich den draußen verbringe ziemlich platt bin am Abend, aber über die nächsten Tage kommt dann irgendwie ne gewisse Kraft auf einen zu. Man fühlt ne gewisse Freiheit in sich und das ist glaub ich das Wichtige, dass man mal wirklich den Geist frei bekommt.
Britta, nach dem Olympiaerfolg in Peking fragt sich alle Welt: Wie sehen Deine weiteren sportlichen Ziele aus?
Ich habe mir im Sommer meinen Kindheitstraum erfüllen können und eigentlich geht's gar nicht besser. Aber auf der anderen Seite ist auch eine ganz große Last von mir abgefallen. Ich bin frei und kann machen was ich will. Mein Trainer hat zu mir gesagt, wenn du nicht mehr willst, dann hör auf.
In dem Moment wurde mir klar, nö, also ich will noch. Ich weiß ganz genau, dass ich mein Potenzial noch nicht aufgebraucht habe und würde gerne herausfinden wo meine Grenze liegt. Ich würde gerne noch mal Weltrekord schwimmen, ob mir das gelingt weiß keiner, aber ich kann es versuchen und das langfristige Ziel sind die Spiele 2012 und das Kurzfristige: Ich würde gerne zur Weltmeisterschaft fahren und da ein gutes Abschneiden finden.
Wie sieht es mit den Vorbereitungen konkret zu den Weltmeisterschaften aus?
Die Vorbereitungen sehen im Moment so aus, dass ich Grundlagenaustausch schaffe und ab März/ April werde ich in die Spezifik gehen, d.h. ich werde ein ganz anderes Krafttraining machen, viel mehr in die Schnellkraft gehen, versuchen andere Reize zu setzen, um mich weiter zu entwickeln.
Noch einmal zu Deinem Kindheitstraum, den du dir im Sommer erfüllt hast. Wir waren alle begeistert dabei. Hat Dich der zweifache Olympiasieg möglicherweise verändert? Was macht der Erfolg mit Dir?
Ich glaube, dass der Erfolg mich nicht verändert hat. Denn ich denke, dass ich definitiv ein sehr gefestigter Charakter bin. Aber was ich sagen muss, ich habe nicht mehr daran geglaubt nachdem die Mannschaftserfolge nicht so gut waren, dass ich es eigentlich nicht mehr schaffen kann und es fiel ne Menge Last und Druck von mir ab, weil ich dachte "gut", wenn du jetzt nicht so gut schwimmst, dann gehörst du zu allen und dann ist es vielleicht auch nicht so schlimm. Aber auf der anderen Seite hätten dann die ganzen Kritiker Recht gehabt, dass Britta Steffen in dem Moment, wo es drauf ankommt wieder versagt. Aber es ist mir gelungen meine Nervenstärke zu behalten und letztlich auch scheinbar körperlich fantastisch vorbereitet zu sein von meinem Trainer und das ist natürlich eine Genugtuung ohne Ende.
Nach dem Olympiaerfolg bist Du heute ja bereits zum zweiten Mal auf Deiner Lieblingsinsel, wie Du Usedom bezeichnest. Wo fühlst Du Dich auf der Insel denn besonders wohl - hast Du evtl. ein Lieblingshotel oder einen Geheimtipp?
Ehrlich gesagt habe ich in meiner Zeit hier sehr viele Hotels kennen gelernt und ich muss sagen, jedes hat sein Flair. Ich mag sehr gerne "Das Ahlbeck" und auf der anderen Seite find ich es auch jetzt ganz schön in dem Ort wo ich jetzt bin Kölpinsee in der "Seerose".
Gibt es auch einen Lieblingsort auf der Insel für Dich?
Ich muss sagen es gibt gar keinen Lieblingsort. Usedom ist an sich schön und sehenswert und ich glaube jede Ecke hat ihren eigenen Charme.



























