Die Feininger-Rad-Tour auf Usedom
Lyonel Feininger ließ auf Usedom eine Fülle von "Naturnotizen" entstehen - kleine, wie flüchtig dahin geworfene Zeichnungen - die später als Grundlage für seine Arbeit im Atelier dienten. Viele dieser Skizzen lassen sich heute noch einem konkreten Malstandort zuordnen; andere lassen sich durch die Betitelung und Ihre Datierung identifizieren. Die "Feininger-Rad-Tour auf Usedom" bildet einen 56 Kilometer langen Rundweg mit über 40 Orten, an denen Lyonel Feininger gemalt hat, und an denen man über 80 seiner Bilder nachvollziehen kann.
Lyonel Feininger gilt heute als einer der bedeutendsten Vertreter der Klassischen Moderne. Mit seiner Vielzahl an Werken hat der künstler für die Insel Usedom ein kulturelles Erbe hinterlassen, das mit der "Feininger-Rad-Tour auf Usedom" wiederentdeckt wird.
Unter der Federführung der Gemeinde Benz wurden in fast einjähriger Recherche-Arbeit alle Werke Feiningers mit Usedom-Bezug zusammengetragen und in einer Datenbank aufbereitet. 2009 wird der Feininger Radweg einheitlich ausgeschildert und die einzelnen Malorte mit Bronzeplatten markiert. Zusätzlich wird parallel ein umfangreicher Katalog erscheinen, der Feiningers Naturskizzen den heutigen Ansichten der Malort gegenüberstellt.
Feiningers Malorte auf Usedom sowie ausgewählte Motive:
Mellenthin
- Kirche aus dem 14. Jahrhundert
- Wasserschloss aus der Hochrenaissance
Balm
- Dorfplatz mit dem "Wanderzirkus"
Neppermin
- Weg nach Benz
- Hafen von "Peppermint"
- interessante Dorfstraßen-Ansichten mit Vagabunden und Landarbeitern
- "sterbende" Bockwindmühlen
- alte, heute abgerissene Scheune
Benz
- St.-Petri-kirche als immer wiederkehrendes Bildmotiv in verschiedensten Techniken
- historische Holländer-Windmühle
- Scheunen in jährlicher Wiederkehr
- Kirchhofsmauer
Sallenthin
- Häuser der historischen Dorfstraße, mehrfach in verschiedenen Techniken ausgeführt
Bansin
- Windmühle, vom Ufer des Gothensees aus gezeichnet
Heringsdorf
- Strandszenen mit dem Flair der damaligen Bademode
- Landungssteg
- Promenade
- Villa Oppenheim und der Bahnhof als mehrfach wiederkehrendes Motiv
Ahlbeck
- Strand
- Häuser und Kirche
Swinemünde
- Mole
- Fischer
- historische Bake in Form einer Mühle
- Leuchtturm
- Rathaus (heute Museum)
- im Krieg zerstörte Stadtmühle
Zirchow
- spätgotische Jacobi-Kirche aus dem 13. Jahrhundert als wiederholt verwendetes Bildmotiv in verschiedenen Techniken
- Häuser in der alten Dorfstraße
Korswandt
- Dorfstraße
- Häuser als Notizen von "unterwegs"
Gothen
- Gehöfte und Gutshaus
- Speicher mit Rundbogenfenstern in Verbindung mit dem Namen des Ortes zum abstrakten Ölbild "Gothen" verarbeitet. Heute nicht mehr existent
Neuhof
- Eisenbahnbrücke über den Sackkanal, oft aufgegriffenes Motiv







